Zwei Traditionszeitungen, zwei unterschiedliche Regionen – aber nur ein Chefredakteur an der Spitze. Seit 2022 führt Marc Rath die Volksstimme und die Mitteldeutsche Zeitung durch den Wandel. Im exklusiven Interview legt er offen, wie die reale Arbeitsteilung im Tagesgeschäft aussieht, wieso ihm Print-Leserinnen und Leser lieb und teuer sind und was die Strategie seines Hauses von anderen unterscheidet.
Herr Rath, Sie führen seit 2022 zwei traditionsreiche, aber historisch und regional sehr unterschiedliche Lokalzeitungen in Sachsen-Anhalt. Wie sieht die reale Arbeitsaufteilung im Alltag aus, um beiden Titeln und Regionen gerecht zu werden?
Marc Rath: Wir werden dem gerecht, in dem wir weiter unterschiedlich agieren. Ich habe das mal auf eine Formel gebracht: Wir machen zusammen, was uns stärkt, damit wir das getrennt machen können, wo wir unsere Stärken ausspielen können.
Das müssen Sie erklären.
Marc Rath: Das publizistische Tagesgeschäft liegt in den Händen meiner Stellvertreter. Das ist Michael Bock für die Volksstimme im Norden und Kai Gauselmann für die Mitteldeutsche Zeitung im Süden. Die beiden Kollegen haben die inhaltliche Hoheit über das Tagesgeschäft. Ich kümmere mich um Strategie, Personal, Administration – und Gespräche wie dieses. Und ich bin vielleicht ein bisschen der Außenminister.
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