Das Europäische Medienfreiheitsgesetz verpflichtet sowohl Behörden als auch Medien, staatliche Werbegelder öffentlich zu machen. Für Transparenz und Unabhängigkeit des Journalismus ist das ein Fortschritt, der aber hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Wie man es besser macht, zeigt ausgerechnet Österreich.
Hand aufs Herz: Wenn wir in Deutschland an die politische Kultur Österreichs denken, schwingt oft eine leichte Überheblichkeit mit. Wir lächeln über den Hang zur Titelhuberei, bei dem jeder Magister und Hofrat penibel gepflegt wird, und blicken piefkehaft-erhaben auf die dortige „Inseratenkorruption“ – also die Unart der Politik, sich über teure Werbeschaltungen eine wohlwollende Berichterstattung zu erkaufen. Korruptes Pack eben? Ganz so einfach ist es nicht. Bevor wir uns in deutscher Selbstgerechtigkeit zurücklehnen, sollten wir den Blick schärfen. Denn eigentlich ist der Nachbarstaat uns einen gewaltigen Schritt voraus.
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