Der MDR-Rundfunkrat und die AfD-Brandmauer

Im Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Senders sitzen derzeit mehr Regierungsvertreter als vorgesehen, darunter Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. Nehmen die Beteiligten das Rechtsrisiko aus Sorge vor der AfD in Kauf? 

Der Rundfunkrat ist eines der wichtigsten Gremien öffentlich-rechtlicher Anstalten. Auch beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) entscheiden die Mitglieder nicht nur über das Senderbudget von derzeit 766 Millionen Euro, sondern auch darüber, wie das Geld eingesetzt wird – der Rat stimmt beispielsweise über die Beteiligung an Übertragungsrechten für Sportereignisse ab oder die Produktion der Shows von Florian Silbereisen. Außerdem wählt der Rundfunkrat den Intendanten und hat bei der Besetzung der wichtigen Direktorenposten ein Wort mitzureden. Umso wichtiger, dass beim 50-köpfigen Gremium rechtlich alles sauber ist. Doch genau diese Rechtmäßigkeit steht bei der Dreiländeranstalt seit geraumer Zeit infrage.

Ein Fall mit politischem Sprengstoff 

Dem Rundfunkrat gehören inzwischen fünf Regierungsvertreter an – zwei mehr als staatsvertraglich festgelegt. Das sorgt seit mehreren Monaten für Diskussionen, die bisher aber keine große öffentliche Aufmerksamkeit gefunden haben. Das könnte auch mit der politischen Dimension zu tun haben. Denn womöglich werden die Regeln umgangen, um größeren Einfluss der AfD zu verhindern. 

Werde jetzt Mitglied und lies unbegrenzt weiter

  • sofortiger Zugriff auf alle unsere exklusiven Artikel und den wöchentlichen Lese-Letter
  • Teilnahme an allen digitalen Veranstaltungen sowie Zugriff auf vergünstigte Tickets für Seminare und Netzwerk-Events
  • Dieses Angebot berechtigt nicht zur Nutzung der Artikel in Pressespiegeln.
  • Nutzungslizenzen

Wenn dich nur ein Artikel interessiert, kannst du diesen auch ohne Mitgliedschaft lesen

  • Du kannst einen Artikel pro Einkauf lesen
  • keine automatische Verlängerung, keine Mitgliedschaft
  • keine Teilnahme an Medieninsider-Events
  • Dieses Angebot berechtigt nicht zur Nutzung der Artikel in Pressespiegeln.
  • Nutzungslizenzen
879 Netto / pro Jahr für Deutschland

Unsere Zugänge sind personalisiert. Als Unternehmen kannst du einzelne Zugänge für deine Mitarbeiter organisieren.

Unternehmen bieten wir die Möglichkeit, Corporate-Mitgliedschaften abzuschließen. Darüber erhalten mehrere Nutzer einen eigenen Accout, die Verwaltung und Abrechnung laufen über einen zentralen Zugang. Die Vorteile:

  • Erwirb für Mitarbeiter deines Unternehmens Lizenzen für eine rechtssichere Nutzung
  • Zentrale Verwaltung der Nutzer durch einen Benutzer
  • Eine Rechnung pro Jahr für alle Lizenzen zusammen
  • Rabatte auf Workshops und weitere Events
  • Dieses Angebot berechtigt nicht zur Nutzung der Artikel in den Pressespiegeln.
  • Nutzungslizenzen

Wenn dir der Artikel gefällt, dann teile ihn in sozialen Netzwerken, aber nicht als PDF innerhalb deiner Organisation. Dafür ist eine Lizenz notwendig.

Mehr zum Thema

Montage: Medieninsider

Alternative für Deutschlandfunk

0
Parteienfunk ist in Deutschland verboten. Die AfD denkt trotzdem über einen eigenen Radiosender nach. Warum das scheitern muss – und warum die Begründung dahinter nicht mehr ganz in die digitale Gegenwart passt.
Lese-Letter Marvin Schade

Wie Axel Springer intern auf die Causa Burgard reagiert

0
Diese Woche im Lese-Letter: Hintergründe und Analysen zum Wechsel an der Spitze der „Premium“-Gruppe.

Bundestagswahl 2025: Wie die Parteien die Medienpolitik vernachlässigen

0
Nicht nur Ländersache: Auch der Bund hat Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen für den Journalismus zu gestalten. Erkannt hat er sie kaum, wie der Blick in die Wahlprogramme zeigt. Unser Kolumnist meint: Es wäre gut, wenn Medien- und Kulturpolitik zukünftig getrennt werden.
Volker Nünning
Volker Nünning
Volker Nünning ist freiberuflich von Bonn aus als Medienjournalist aktiv. Von 2005 bis Ende 2021 war er Redakteur der eingestellten Fachzeitschrift „Medienkorrespondenz“. Seine Themen: Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Medienpolitik sowie Medienaufsicht.

DEINE MEINUNG IST GEFRAGT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Hier Namen eintragen

error: Kopiergeschützt, weil uns das Raubkopieren von ganzen Texten schadet