Recode: Die vertane Chance eines ehemaligen Pioniers

Der Untergang der meisten Medienmarken ist eine banale Angelegenheit. Marken werden nach allen Regeln der Kunst ausgebeutet und bis zur Grenze der Plausibilität beschnitten, bis sie schließlich still und leise verschwinden. Das war auch das unglückliche Schicksal von Recode


Der Artikel erschien zuerst bei The Rebooting von Brian Morrissey.

Wir übersetzen einmal im Monat einen seiner Texte.


Die 2015 von Kara Swisher und Walt Mossberg gegründete Tech-Medienmarke war ein frühes Beispiel dafür, wie sich Journalisten selbstständig machen. Recode selbst war ein Nachfolger von All Things D, der Untermarke des Wall Street Journal. Dort hatte man die Erfolgsformel gefunden, persönlichkeitsstarke und einflussreiche Journalisten mit einem lukrativen Konferenzgeschäft zusammenzubringen. Sie lockten hochkarätige CEOs an, die sich bereitwillig zu manchmal vernichtenden Interviews bereit erklärten. Unvergessen: Der katastrophal verschwitzte Auftritt von Mark Zuckerberg im Jahr 2010. Swisher musste ihn mütterlich auffordern, seinen Kapuzenpulli auszuziehen. Dieser Auftritt veranlasste ihn offenbar dazu, das Sprechen in der Öffentlichkeit zukünftig ernster zu nehmen

All Things D war zu dieser Zeit bahnbrechend. Es war ein redaktionelles Franchise, das aus einem Event heraus entstand, den bissigen Ton der Blogger-Ära aufnahm und ihn mit originellem Journalismus zusammenbrachte. Der Ton war gesprächig, vor allem für das Journal. Swisher und Mossberg waren frühe Beispiele für widerspenstige Star-Talente. Sie stritten sich mit News Corp über die Beute von All Things D, spalteten sich 2013 schließlich ab, um Recode zu gründen, wobei sie die meisten Mitarbeiter mitnehmen. Dow Jones wollte die Marke All Things D auch ohne das Star-Personal weiterführen und wurde eines Besseren belehrt. 

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Brian Morrissey
Brian Morrisseyhttps://therebooting.substack.com/
Brian Morrissey ist Herausgeber von The Rebooting. Der US-Journalist und Medienanalyst befasst sich dort mit dem Wandel der Medienbranche und ihren Geschäftsmodellen. Zuvor war Brian fast zehn Jahre President und Chefredakteur von Digiday.

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