Rheinische Post: Friedrich Joussen verlässt überraschend den Aufsichtsrat

Friedrich Joussen hat zum 31. August 2025 seine Mandate als Aufsichtsratsvorsitzender und Leiter der Gesellschafterversammlung der Rheinische Post Mediengruppe niedergelegt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. Ungewöhnlich: Der Abgang erfolgt ohne einen geregelten Übergang.

Wie die Mediengruppe ausführt, wird Joussens Aufgabe zunächst von den drei stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden übernommen. Eine ordentliche Nachfolge sei noch nicht gefunden.

In einer internen Mitteilung an die Belegschaft führte Geschäftsführer Johannes Werle die Gründe für Joussens Abgang aus. Darin schreibt er, dass der Medienmarkt sich dermaßen herausfordernd entwickele, „dass er die volle Aufmerksamkeit auf allen Stufen und in allen Gremien im Unternehmen erfordert. Dieser zeitliche Fokus ist Herrn Joussen in Anbetracht anderer Mandate und seiner persönlichen Lebensplanung dauerhaft so nicht weiter möglich.“

An anderen Mandaten hält der ehemalige Tui-CEO, der 2021 den Aufsichtsratsposten bei der RP übernahm, offenbar also fest.

Das Gremium des Medienunternehmens, das die operative Arbeit der Geschäftsführung überwacht, wird von den Gesellschafterfamilien dominiert:

  • Florian Merz-Betz ist 1. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rheinische Post Mediengruppe und Vertreter der Familie Merz-Betz.
  • Martin Ebel ist 2. stellvertretender Vorsitzender und gehört zur Familie Wenderoth. Er wurde in den Herausgeberkreis der Rheinischen Post berufen und ist seit einigen Jahren in wichtigen Gremien aktiv.
  • Felix Droste ist 3. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, aus der Familie Droste stammend, die auch ein wesentlicher Anteilseigner der Mediengruppe ist.

Der Gesellschafterkreis der Rheinischen Post Mediengruppe gilt durchaus als kompliziert. Erst vor einigen Jahren kam es zum bitterlichen Machtkampf, der mit dem Ausscheiden der Verlegerfamilie Arnold endete.

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