„Was auf den Tag genau vor elf Jahren […] begann, endet morgen in aller Freundschaft.“ Deniz Yücel verlässt die Welt. Dies gab der Journalist am Mittwoch via Twitter bekannt.
Yücel ist einer der bekanntesten Autoren von Axel Springer, arbeitet seit 2015 für die Welt-Gruppe. Damals wechselte er von der TAZ und berichtete für Welt zunächst als Korrespondent aus der Türkei. Der breiten Öffentlichkeit wurde er dadurch bekannt, dass er 2017 für ein Jahr lang inhaftiert worden war, 290 Tage davon in Einzelhaft. Die Führung um Staatspräsident Erdogan störte sich an seiner journalistischen Arbeit und warf ihm „Terrorpropaganda“ vor. In Abwesenheit wurde Yücel in der Türkei sogar verurteilt. Der Fall löste eine schwere Krise zwischen Deutschland und der Türkei aus, begleitet von heftigen öffentlichen Protesten. Dadurch ist Yücel zum Symbol für kritische Berichterstattung und Pressefreiheit geworden.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland berichtete Yücel weiterhin über die Türkei und dessen Autokraten, aber auch der Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit in anderen Staaten. Zusätzlich ist Yücel Co-Sprecher der Autorenvereinigung PEN.
Wohin es Yücel nun zieht, ließ er in seinem Tweet offen. Die Antwort auf eine Anfrage von Medieninsider steht aus. Bemerkenswert: Intern fiel Yücels Abschied kaum größer aus. Per E-Mail verabschiedete er sich mit denselben Worten wie in seinem Tweet. In der morgendlichen Konferenz war die Personalie kein Thema.
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