Fehlerkultur als vertrauensförderndes Qualitätsmerkmal

Die Einstellung „niemals entschuldigen, niemals erklären“ mag so mancher arroganter Politiker heutzutage für sich beanspruchen. Für Journalisten sollte dieses Denken nicht gelten. Besser gesagt: Es darf nicht gelten. Besonders nicht in einer Zeit, in der die Wahrheit immer wieder angegriffen und die Glaubwürdigkeit der Medien immer wieder in Zweifel gezogen werden. 

Nach gemachten Fehlern wegzusehen und zu hoffen, dass sie niemandem auffallen oder Reaktionen darauf einfach zu ignorieren, ist Teil des menschlichen Instinkts. Für den Einzelnen wie auch für Medien aber gilt: Verantwortung zu übernehmen, stärkt die eigene Glaubwürdigkeit. 

Eine selbstbewusste Fehlerkultur ist ein Qualitätsmerkmal. Es unterscheidet seriöse Medien von den vielen anderen Stimmen in der (digitalen) Welt, die mit gewissen Narrativen Geschäfte machen. Niemand erwartet Perfektion. Kunden sollten aber erwarten können, dass ein Journalist alles in seiner Macht stehende unternimmt, um ehrlich und aufrichtig zu arbeiten.

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Dietmar Schantinhttps://www.instituteformediastrategies.com/
Dietmar Schantin begann seine Karriere als Studiomanager beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Österreich, war als Executive Director für das internationale Mediennetzwerk WAN-IFRA tätig und berät heute weltweit Medienmarken bei der Transformation ihrer Newsrooms ins digitale Zeitalter. 2012 gründete er dazu die Beratung IFMS mit Sitz in Großbritannien und Österreich. Seine Expertise brachte er beim Wall Street Journal und anderen Dow Jones Medien ein, wie auch bei Ringier Schweiz, der Telegraph Media Group, Hindustan Times oder New Zealand Herald.

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