Für unsere Recherche über den Generationenabriss in den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Anstalten haben wir vier junge Menschen nach ihren Gremienerfahrungen gefragt. Ihre schriftlichen Antworten fielen so ausführlich aus, dass wir sie dokumentieren.
Hier schildert Leandro Cerqueira Karst seine Sicht. Er war von September 2020 bis Januar 2025 Mitglied des Rundfunkrats des SWR und überlegt, sich erneut zu bewerben. Von der Idee, junge Stimmen in einem Jugendrat zu organisieren, rät er ab.
Sie waren von September 2020 bis Januar 2025 Mitglied des SWR-Rundfunkrats. Von welchem Verband wurden Sie entsandt?
Ich wurde vom Landesschülerbeirat entsandt. Im Rahmen des Entsendeverfahrens wurden alle Bildungsverbände – damals wohl über 20 – angeschrieben, um sich untereinander abzustimmen. Als junger, ehrlicherweise noch unerfahrener Mensch habe ich versucht, mit den anderen Verbänden Kontakt aufzunehmen und meinen Hut in den Ring zu werfen. Rückblickend war ich vielleicht etwas naiv, denn nur sehr wenige Verbände meldeten sich zurück. Eine Einigung unter den Verbänden kam nicht zustande, und die Entscheidung wurde dem zuständigen Ausschuss des Landtags überlassen.
Ich konnte letztlich überzeugen – sicherlich auch aufgrund meines Alters und des Anspruchs oder Wunsches der Politik, eine jüngere Perspektive inden Rundfunkrat einzubringen.
Mir war wichtig, dass ich nicht nur jung war, sondern auch Kompetenzen und Perspektiven beisteuerte, die über das Alter hinausgehen. Diese Kombination aus Motivation, Engagement und inhaltlicher Arbeit hat meine Amtszeit geprägt.
Sie waren damals 21 Jahre alt. Inwiefern spielte Ihr Alter beim Einzug ins Gremium eine Rolle?
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