Micropayments, mal wieder – und weshalb sie immer noch nicht funktionieren

Einzelverkäufe von Medieninhalten sind immer wieder Thema, doch keine Lösung

Es gibt ein neues Unternehmen, das den Einzelverkauf von Artikeln etablieren will. Der Twitter-Klon Post News plant, Zugang zu einzelnen Nachrichtenartikeln anzubieten, ohne beim Anbieter ein vollständiges Abonnement abzuschließen. Für so genannte Micropayments gibt es ein überzeugendes Argument: Nachrichten sollten kein Luxusprodukt sein und Abonnements sprechen nur einen kleinen Teil des Publikums an. Wenn man bei jedem zweiten Link zu einer Story auf eine Paywall stößt, ist das eine beschissene Erfahrung.


Der Artikel erschien zuerst bei The Rebooting von Brian Morrissey.

Wir übersetzen einmal im Monat einen seiner Texte.


Kleinstbeträge für den Zugriff auf einzelne Inhalte sind eine Idee, die oberflächlich betrachtet absolut sinnvoll ist. Ein solches Modell würde scheinbar für alle Beteiligten funktionieren, nur für eine wichtige Fraktion funktioniert die Rechnung nicht: die Publisher. Deshalb sind Micropayments „die Idee, die nicht sterben wird“ und die gleichzeitig dazu verdammt ist, „im Journalismus nie etwas zu werden“.

Das lässt sich auch belegen. Mehrere kluge Leute aus dem Verlagswesen, darunter der frühere Chartbeat- und Scroll-Gründer Tony Haile, haben auf die wechselhafte Geschichte von Micropayments hingewiesen. Das Abo-Geschäft vieler Publisher basiert auf einem Bündel von Inhalten und nicht auf einzelnen Artikel. Auch wenn das Auseinandernehmen von Paketen aus Gründen der Verbraucherbedürfnisse beliebt ist (Warum das ganze Album kaufen, wenn man nur die Single haben will?): Für den Bundle-Anbieter lohnt sich das in der Regel nicht. Bei Abo-Modellen der Verlage ist mindestens die Hälfte der Abonnenten „eingeschlafen“. Das heißt: Sie zahlen für ein Produkt, das sie nicht nutzen. Viele Menschen abonnieren ein Angebot aus einem Impuls heraus, um Zugriff auf einen bestimmten Inhalt zu bekommen. Einige von ihnen kündigen, viele bleiben dabei.

Oft versucht, immer gescheitert

Die Bemühungen um eine moderne Variante der Micropayments sind gescheitert. Blendle war ein interessantes Experiment, das letztendlich nicht zum Erfolg führte. Was auf einem Markt von der Größe der Niederlande funktioniert, lässt sich nicht auf die ganze Welt übertragen. Apple News+ ist derzeit der erfolgreichste Fall, den es gibt. Elon Musk geht davon aus, dass Twitter den Zugang zu kostenpflichtigen Inhalten als Teil seiner Abo-Strategie einführen wird. Auch Start-ups wie Zette versuchen, das Rätsel der Micropayments zu lösen.

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Brian Morrisseyhttps://therebooting.substack.com/
Brian Morrissey ist Herausgeber von The Rebooting. Der US-Journalist und Medienanalyst befasst sich dort mit dem Wandel der Medienbranche und ihren Geschäftsmodellen. Zuvor war Brian fast zehn Jahre President und Chefredakteur von Digiday.

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