Von 800 auf 600 wollte die ARD ihre Social-Media-Accounts 2023 reduzieren. Mittlerweile liegt die Zahl wieder deutlich höher. Wie der Senderverbund das begründet und wie sich die Zusammenstellung verändert hat.
Es ist ein deutliches Alarmsignal, das sich in einem aktuellen Strategiepapier der ARD findet: „Die wahrgenommene Relevanz der ARD-Angebote droht zurückzugehen – vor allem bei jüngeren Zielgruppen.“ Die Konsequenz für den Senderverbund daraus: Es sollen verstärkt Inhalte für Jüngere produziert werden, vor allem für 30- bis 49-Jährige und im Digitalen.
Um jüngeres Publikum anzusprechen, reicht es aber nicht aus, Inhalte nur für die eigene Mediathek oder bei ARD Sounds herzustellen. Unter-30-Jährige sind fast nur noch über Social Media erreichbar. So setzt die ARD weiter darauf, Drittplattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok zu bespielen. Obwohl sie ein klares Ziel verfolgen, standen die Aktivitäten allerdings lange Zeit in der Kritik – allein ihrer schieren Menge wegen. Auch deshalb hatte der damalige ARD-Vorsitzende Kai Gniffke angekündigt, das Portfolio „drastisch“ zu reduzieren.
Ende April 2023 teilte die ARD mit: Von den rund 800 Social-Media-Kanälen würden etwa ein Viertel eingestellt – die Zielmarke lautete demnach 600 Accounts. Drei Jahre später steht fest: Das damals schon unambitionierte Ziel wurde nicht nur nicht erreicht – die Zahl der Accounts liegt wieder deutlich über der 600er-Marke.
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