So könnte die Branche wirklich für eine freie Presse kämpfen

TitelfotoBDZV/Zumbusch

Die Branche beschäftigt sich viel mit sich selbst – nur vergisst sie bei den tatsächlichen Herausforderungen oft das Publikum. Kein Wunder, dass sich kaum einer für den Verfall der freien Presse interessiert. 

„Immerhin erschienen ist er“, werden sich die Zeitungsmanager gedacht haben. Viel mehr als warme Worte hatte Olaf Scholz beim BDZV-Gipfel im September nicht im Gepäck: „Lokale News bleiben ein Geschäftsmodell. Lokale Medien haben eine Zukunft“, sagt der Bundeskanzler. „Nö“, sagt der Markt. Die Auflagen der Tageszeitungen befinden sich seit über 20 Jahren im Sinkflug, die Werbeeinnahmen sind zu den Plattformkonzernen abgewandert und zu wenige Menschen sind bisher bereit, für digitalen Lokaljournalismus Geld zu bezahlen. Neugründungen hängen oft von Stiftungsgeldern ab. Wie viel Selbstausbeutung im Lokalen betrieben wird, ist ohnehin schwer mit Zahlen zu messen. Es dürfte eine ganze Menge sein. All das hätten des Kanzlers Redenschreiber wissen können, im Grunde auch wissen müssen. Auf der Seite der Kulturstaatsministerin steht ein Gutachten zum Download bereit, das die „Probleme der lokalen Presse in Deutschland und ihre Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung“ umfassend beschreibt. Das Fazit der Bestandsaufnahme auf Seite 49 zu lesen hätte gereicht.

Man könnte sich also zu den Verlegern stellen und mit ihnen den Kopf über die Ignoranz der Politik schütteln. Dummerweise geben zu viele von ihnen selbst Anlass zum Kopfschütteln. 

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Hermann v. Engelbrechten-Ilow
Hermann v. Engelbrechten-Ilow
Hermann von Engelbrechten-Ilow ist Rechtsanwalt in Berlin und beschäftigt sich mit den verfassungsrechtlichen Aspekten gesellschaftlicher Meinungsbildung. Im Dezember erschien von ihm das Buch „Was läuft da schief im Journalismus?“ im Herbert von Halem Verlag.

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