Alles, was du über Clubhouse wissen musst

Die Gründe des Hypes, Probleme und Kritik, Monetarisierungschancen

Seit vergangenem Wochenende erlebt die Social-Audio-App Clubhouse einen Hype in der Medien- und Marketing-Bubble. Was ist die Idee der App, wer steckt dahinter und wo kommt sie plötzlich her? Medieninsider fasst dir die wichtigsten Fakten rund um Clubhouse zusammen und zeigt dir ebenfalls auf, was im Hype untergeht. Die Schwächen der App und Kritik daran.

Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist eine neue Social-App mit Fokus auf Live-Audio-Inhalte. Nutzer der App schalten sich in gemeinsame Konferenzräume und können bestimmen, ob sie dies in einem eingeschränkten Rahmen oder für die gesamte Clubhouse-Community tun wollen. Im letzten Fall können sich beliebig viele Zuhörer zuschalten und der Konferenz, dem Gespräch oder der Debatte folgen. Die Organisatoren (einer oder mehrere Personen, die Moderatoren genannt werden) entscheiden darüber, wer er am Gespräch aktiv teilnimmt („Speaker“) oder nur zuhört („Listener“). Zuhörer können virtuell die Hand heben, um auf die Bühne geholt zu werden.

Die App ermöglicht so, was viele Menschen aus der Medien- und Marketing-Bubble derzeit missen: Vorträge und Diskussionen wie man sie von Live-Konferenzen kennt. Vergleichbar sind die Menchanismen auch mit Live-Podcasts mit höherem Interaktionsgrad.

Besonders stark vertreten war am Wochenende die Start-up-, Tech- und Finanzszene, die beispielsweise über Venture Capital und Investitionskultur in Deutschland sprach. Teilweise versammelten sich in einzelnen Räumen bis zu 700 Menschen, am Montagvormittag war eine deutschsprachige Konferenz zur Einführung in die Funktionsweisen der App von mehr als 1000 Menschen besucht.

Wer steckt hinter Clubhouse?

Die Gründer von Clubhouse beziehungsweise die dahinterstehenden Firma Alpha Exploration heißen Rohan Seth und Paul Davison. Beide haben eine gemeinsame Vergangenheit an der Stanford University wie auch bei Google. Seth war beim Suchmaschinenbetreiber als Engineer tätig, arbeitete laut eigenen Angaben bei LinkedIn im Mobile Team und war an mehreren Gründungen innerhalb des Konzerns beteiligt. Davison war im Team Business Operations von Google, über den Verkauf seines späteren Unternehmen Highlight landete er bei Pinterest.

Gründungs- und Firmensitz von Clubhouse ist das Silicon Valley, seit April 2020 ist die App live, noch immer wird in der Betaphase an ihr getüftelt. Die Start-up- und Finanzszene in den USA war schnell begeistert. Im Mai, nur wenige Wochen nach Launch, wurde das Unternehmen mit 100 Millionen US-Dollar bewertet. Zu dem Zeitpunkt zählte Clubhouse noch unter 5000 Nutzer. Grund für die Bewertung war ein 12-Millionen-Dollar-Invest des Venture Capitalists Andreessen Horowitz.

Mittlerweile ist die Community beachtlich gewachsen, im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken wiederum noch immer sehr klein. Laut einem Bericht der New York Times zählte Clubhouse im Dezember vergangenen Jahres, also etwa vor einem Monat, 600.000 registrierte Nutzer.

Was ist der Ursprung des plötzlichen Hypes in Deutschland?

Seit vergangener Woche gewinnt Clubhouse auch in Deutschland an Bekanntheit beziehungsweise Beachtung, noch nicht im allgemeinen Markt, aber in der Medien-, Marketing- und Techszene. Zum Wochenende entstand quasi ein Run auf die neue Social-Audio-App. Grundstein dafür legten offenbar Philipp Glöckler und Philipp Klöckner, Hosts des Podcasts Doppelgänger. Sie hatten auf die App aufmerksam gemacht und eine Wette aufgelegt, das bislang von Clubhouse limitierte Aufnahmeverfahren zu beschleunigen. Die Marketing-Profis nutzen – clever – dazu ihre Community im Messenger Telegram. Dort sammelten sie Invites, die interessierte Nutzer für einen schnelleren Zugang zur App benötigen. Wer auf einen schnellen Invite aus war oder ist, trat oder tritt der Gruppe bei. Einen Push erhielt ihre Aktion, als Ann-Katrin Schmitz (Blog NovaLanaLove) am Wochenende ihre 118.000 Instagram-Follower aktivierte.

Und warum wollen da gerade so viele hin?

► Die Zahl der Nutzer dürfte derzeit noch einmal erheblich wachsen. Am heutigen Montag überholte Clubhouse in den Download-Charts von iTunes den Messenger-Dienst Telegram und stand damit auf Platz 2 hinter Signal. Das Bedürfnis nach neuen Social-Plattformen, die nicht Twitter heißen oder mit Facebook verbandelt sind, wächst. Zunehmend schwierige Debatten-Kultur und Datenschutzrichtlinien befeuern den Trend – wegen des letzt genannten knackte Telegram deshalb kürzlich die Marke von 500.000 aktiven Nutzern.

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.
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