So bleiben Events ein attraktives Produkt

Ich habe Veranstaltungen immer als einen Test für die Kraft einer Marke empfunden, Gemeinschaften um sich herum zu bilden. Wenn man die Leute um sich herum nicht zusammenbringen kann, hat man keine Community.

Abgesehen davon, dass es zahlreiche Veranstaltungen gibt und sie auch zu häufig stattfinden, heißt es, Events ließen sich schwer skalieren. Aber muss immer alles skalierbar sein?

Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil der primary engagement media, der Medien also, die aktiv mit ihrem Publikum arbeiten. Ich habe vor Kurzem über eine menschlichere Zukunft des Verlagswesens gesprochen. Ich glaube, dass einige der erfolgreichsten und nachhaltigsten neuen Verlagsmarken handgefertigte Produkte sein werden. Produkte, die sich persönlicher anfühlen als die langweiligen Inhalte, die typischerweise mit geringem Aufwand produziert werden. Veranstaltungen, sowohl persönlich als auch virtuell, sind neben Newslettern und Podcasts ein idealer dritter Bestandteil eines nachhaltigen Modells. 

In den vergangenen Jahren wurden Veranstaltungen in traurige Zoom-Calls verlagert. Mir war von Anfang an klar, dass das einfach nicht funktionieren wird. Bei Veranstaltungen geht es in erster Linie um die Vernetzung, nicht um die Inhalte. Zoom oder andere Tools eignen sich dafür, die Veranstaltungen ins Netz zu übertragen. Man kann das physische Erlebnis aber nicht in Videos ersetzen. Ich sehe auch nicht, dass das Metaversum daran etwas verändern wird. Hier sind einige anfängliche Überlegungen, wie es mit den Events weitergehen wird:

Es wird noch eine chaotische Zeit für Veranstaltungen werden. Die Corona-Pandemie hat das Geschäft zunächst komplett eingestellt, das Comeback ist ins Stocken geraten. Ich habe vergangenen Sommer an der Viva Tech in Paris teilgenommen, die seltsam war. Es galten noch immer merkwürdige Covid-Regeln, nach denen man im Green Room eine Maske tragen musste, bis man einen Tisch mit einem Getränk erreichte. Auch Backstage musste man eine Maske tragen, nicht aber auf der Bühne. In diesem Sommer ist wieder etwas Normalität eingekehrt. Bei den Veranstaltungen, bei denen ich war, waren Masken freiwillig, und relativ wenige trugen sie. 

Die größere Auswirkung von Corona auf das Eventgeschäft ist aber die Flut von Absagen. Es werden weiterhin Menschen an Corona erkranken und ihre Pläne ändern müssen. Für Veranstalter wird das ein stressigeres Leben bedeuten, denn sie werden immer wieder plötzliche Löcher im Programm stopfen müssen. Der Silberstreif am Horizont –  mehr dazu weiter unten – ist, dass die Teilnehmer viel nachsichtiger mit Problemen sind. 


Der Artikel erschien zuerst bei The Rebooting von Brian Morrissey.
Wir übersetzen einmal im Monat einen seiner Texte.


Events werden sich stärker konzentrieren. Das mag meine persönliche Vorliebe sein, aber ich finde größere Veranstaltungen nicht so wertvoll wie kleinere, gezielte Events. Veranstaltungen haben seit langer Zeit ein großes Selektionsproblem, für dessen Lösung man keine Technik braucht. Die Organisatoren machen die Veranstaltungen oft zu groß und zu lang – aus eigenem kommerziellen Interesse, nicht aus dem der Teilnehmer. Diese Strategie geht langfristig nicht auf.

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Brian Morrisseyhttps://therebooting.substack.com/
Brian Morrissey ist Herausgeber von The Rebooting. Der US-Journalist und Medienanalyst befasst sich dort mit dem Wandel der Medienbranche und ihren Geschäftsmodellen. Zuvor war Brian fast zehn Jahre President und Chefredakteur von Digiday.

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