Ex-Bild-Mann Wolfgang Ainetter spricht nicht mehr für Andreas Scheuer

Wolfgang Ainetter kommuniziert nicht mehr für das Bundesverkehrsministerium. Zwar steht der Leiter der Kommunikationsabteilung nach wie vor als Ansprechpartner auf der Website des Ministeriums, hat sich nach Medieninsider-Infos aber bereits zurückgezogen. Auch die Medien der Funke-Mediengruppe haben über die Personalie bereits berichtet. Demnach gilt das in den vergangenen Jahren als stets eng dargestellte Verhältnis zwischen Minister und Kommunikator mittlerweile als unterkühlt.

In den vergangenen Monaten ist der Druck auf den Verkehrsminister gestiegen. Scheuer sieht sich unter anderem mit einem Untersuchungsausschuss wegen der PKW-Maut konfrontiert, auch die neue Autobahn GmbH und die Novelle der Straßenverkehrsordnung sind politisch wie auch öffentlich umstritten, gelten dementsprechend als kommunikations- und beratungsintensiv.

Ainetter war im März 2018 mit der Berufung Andreas Scheuers zum Sprecher und Leiter der Kommunikationsabteilung des Verkehrsministeriums ernannt worden, wechselte dafür von der Bild-Zeitung. In seiner Funktion trat der Kommunikationsfachmann vor allem in einer Management-Funktion auf, stellte die Kommunikation vermehrt auf digitale Kanäle um, baute dafür den „Newsroom“ auf. Trotz enger Zusammenarbeit mit dem Minister tauchte Ainetter selten in Bundespressekonferenzen auf.

Die öffentlichen Auftritte und die Kommunikation Scheuers warfen bislang immer wieder Fragen auf. So reagierte der Minister im Februar 2019 beispielsweise in einem viel zitierten Video auf die Berichterstattung über ihn und seine Rolle in der Maut-Affäre mit der „Ente des Tages“, für die er eine überdimensionierte Gummiente vor die Kamera hielt. Auch der Umgang mit der Berichterstattung des Spiegel galt als unsouverän. Das Ministerium steckte Antworten auf vom Nachrichtenmagazin gestellte Fragen zuvor einem anderen Journalisten.

Das Verhalten des Ministers soll auch intern immer wieder umstritten gewesen sein. Scheuer suchte Fehler laut Presseberichten offenbar nicht bei sich, bei Funke schreibt man von einer gewissen Beratungsresistenz – ein möglicher Grund für eine zunehmende Distanzierung.

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.
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