Neue Eskalationsstufe: BDZV trägt Streit mit ARD nach Brüssel

Der Streit zwischen Presseverlagen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk über die Ausgestaltung der Internet-Angebote gilt am Runden Tisch als unlösbar. Nun bereiten die Verleger nach Recherchen von Medieninsider die nächste Eskalationsstufe vor: Eine Beschwerde in Brüssel soll die verhärteten Fronten brechen. Medieninsider liegen interne Dokumente vor, die Einblicke in die Verlegerstrategie geben. 

Alles reden und schlichten hat bisher nichts gebracht: So sehen es die Presseverlage, wenn es um die Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geht. Der Ärger bei den Zeitungshäusern ist seit langem groß. Mehr als 35 Verlage streiten mit fünf ARD-Anstalten in insgesamt neun Bundesländern über die Ausgestaltung öffentlich-rechtlicher Angebote im Netz. Medieninsider hatte bereits umfangreich darüber berichtet. Der Vorwurf: Die Internet-Auftritte und Apps enthielten zu viel Text, die öffentlich-rechtlichen Angebot seien damit presseähnlich und das ein Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag. Die privaten Medienunternehmen sehen sich dadurch wirtschaftlich stark bedrängt. Die Anstalten halten die Vorwürfe wiederum für nicht gerechtfertigt. Sie erklären, man bewege sich im Netz auf rechtlich zulässigem Terrain.

Fünf Jahre nachdem Verlage und Öffentlich-Rechtliche zunächst aufeinander zugegangen waren, hat der Konflikt wieder an Schärfe gewonnen – und ist zu einem handfesten Streit eskaliert. Ausgetragen wird er längst auf mehreren Ebenen. Nicht nur am Runden Tisch, sondern auch vor Gericht. Weil die teils teuren und langwierigen Verfahren vor allem aber auf Verstöße ausgerichtet sind, die in der Vergangenheit liegen, suchen die Verleger nun neue Wege. Das Ziel: Der Gesetzgeber soll für mehr Klarheit für die Zukunft sorgen. Nach Recherchen von Medieninsider bereitet der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) dafür nun eine neue Eskalationsstufe vor: die Zeitungslobby trägt den Streit nach Brüssel.

Was die Zeitungsverleger bei der EU durchsetzen wollen – und mit welchen Argumenten

Werde jetzt Mitglied und lies unbegrenzt weiter

  • sofortiger Zugriff auf alle unsere exklusiven Artikel und den wöchentlichen Lese-Letter
  • Teilnahme an allen digitalen Veranstaltungen sowie Zugriff auf vergünstigte Tickets für Seminare und Netzwerk-Events
  • Dieses Angebot berechtigt nicht zur Nutzung der Artikel in Pressespiegeln.
  • Nutzungslizenzen

Wenn dich nur ein Artikel interessiert, kannst du diesen auch ohne Mitgliedschaft lesen

  • Du kannst einen Artikel pro Einkauf lesen
  • keine automatische Verlängerung, keine Mitgliedschaft
  • keine Teilnahme an Medieninsider-Events
  • Dieses Angebot berechtigt nicht zur Nutzung der Artikel in Pressespiegeln.
  • Nutzungslizenzen
879 Netto / pro Jahr für Deutschland

Unsere Zugänge sind personalisiert. Als Unternehmen kannst du einzelne Zugänge für deine Mitarbeiter organisieren.

Unternehmen bieten wir die Möglichkeit, Corporate-Mitgliedschaften abzuschließen. Darüber erhalten mehrere Nutzer einen eigenen Accout, die Verwaltung und Abrechnung laufen über einen zentralen Zugang. Die Vorteile:

  • Erwirb für Mitarbeiter deines Unternehmens Lizenzen für eine rechtssichere Nutzung
  • Zentrale Verwaltung der Nutzer durch einen Benutzer
  • Eine Rechnung pro Jahr für alle Lizenzen zusammen
  • Rabatte auf Workshops und weitere Events
  • Dieses Angebot berechtigt nicht zur Nutzung der Artikel in den Pressespiegeln.
  • Nutzungslizenzen

Wenn dir der Artikel gefällt, dann teile ihn in sozialen Netzwerken, aber nicht als PDF innerhalb deiner Organisation. Dafür ist eine Lizenz notwendig.

Mehr zum Thema

WDR: Jörg Schönenborn hört als Programmdirektor auf 

0
Nach Informationen von Medieninsider gibt Jörg Schönenborn seinen Posten nach etwa zwölf Jahren ab. Danach wird er sich innerhalb der ARD einer neuen Aufgabe widmen, die auch wieder mehr Sendezeit bedeutet.
Bertram Gugel. Foto: SWR/Stefan Hohloch

Bertram Gugel wird neuer Leiter von ARD Online

0
Er folgt auf Benjamin Fischer, der bereits im Oktober 2025 als Geschäftsführer zu arte Deutschland wechselte.
Lese-Letter Marvin Schade

Von einem anderen Stern

0
Diese Woche im Lese-Letter: Glück für den Stern, Sparzwang beim Spiegel. Gniffke baut um, der BDZV verliert weiter Mitglieder – und wir probieren etwas Neues im Newsletter.
Volker Nünning
Volker Nünning
Volker Nünning ist freiberuflich von Bonn aus als Medienjournalist aktiv. Von 2005 bis Ende 2021 war er Redakteur der eingestellten Fachzeitschrift „Medienkorrespondenz“. Seine Themen: Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Medienpolitik sowie Medienaufsicht.

DEINE MEINUNG IST GEFRAGT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Hier Namen eintragen

error: Kopiergeschützt, weil uns das Raubkopieren von ganzen Texten schadet