Bild-Chefin Marion Horn: „Ich habe kein Sparziel“

Im vierten Monat nach ihrer überraschenden Rückkehr schafft Chefredakteurin Marion Horn mit der weiteren Bild-Führung neue Tatsachen. Auf dem Weg in die „digital only“-Ära sollen bisherige Strukturen radikal zurück- und umgebaut werden. Die Folgen werden vor allem an den regionalen Standorten deutlich. Büros werden geschlossen, Ausgaben gestrichen oder zusammengelegt, Mitarbeiterrollen ersatzlos gestrichen oder perspektivisch durch künstliche Intelligenz ersetzt. Davon könnten zunächst bis zu 200 Stellen betroffen sein.

In ihrem ersten Interview seit Amtsantritt will Horn die umfassenden Maßnahmen und Vorgänge im Haus nun einordnen. Die Chefredakteurin gibt sich so selbstbewusst wie entschlossen: Die nun getroffenen Entscheidungen seien „nicht nur notwendig, sondern überfällig“.


Du hast Bild vor vier Jahren verlassen, jetzt bist du im vierten Monat zurück. Wer von euch beiden hat sich mehr verändert?

Genau genommen habe ich Bild vor zehn Jahren verlassen und vor vier Jahren Axel Springer. Damals waren Bild und Bild am Sonntag noch völlig getrennt. Bei Bild hat sich also viel verändert und bei mir auch.

Wer von euch beiden ist in der Zwischenzeit digitaler geworden?

Ich kann zumindest von mir behaupten, dass ich seit vier Jahren keine gedruckte Zeitung mehr angefasst hatte. Ich habe von jedem digitalen Bezahlangebot, das es in Deutschland gibt, ein Plus-Abo.

Du hattest Springer eigentlich hinter dir gelassen, wolltest dich der Fiktion widmen. Warum die Rückkehr in die harte Realität des Journalismus?

Als ich das Angebot bekam, Bild als Vorsitzende der Chefredaktionen zu gestalten, musste ich nicht lange überlegen, denn ich mag diese Marke sehr. Sie steht für mich für modernen, zeitgemäßen, spannenden Boulevardjournalismus. Und ich mag die Menschen, die hinter Bild stehen. Nenn es größenwahnsinnig: Aber ich finde, diese Mitarbeiter und diese Marke haben jemanden an der Spitze verdient, der es endlich richtig machen will.

Das ist deine Erklärung dafür, dass du zurückgekommen bist. Was ist deine Erklärung dafür, dass man dich zurückgeholt hat?

Als Frau darf man das ja nicht immer so sagen, aber ich glaube: Weil ich es wirklich kann. Ich kenne mich mit Journalismus aus, ich kenne die Besonderheiten des Boulevardjournalismus – und ich mag Menschen wirklich.

Gilt das auch für Mathias Döpfner? Man hört immer wieder, dass ihr nicht auf einer Wellenlänge seid.

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

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