Mitarbeiterbefragung: So steht es um die Stimmung bei Bild

Nach Abschluss des Compliance-Verfahrens rund um Julian Reichelt und der Berufung der neuen Co-Chefredakteurin Alexandra Würzbach kündigte Springers News-Vorstand Jan Bayer einen Kulturwandel bei Bild an. Der Beginn: Eine ausführliche Mitarbeiterbefragung zu Führungs- und Unternehmenskultur. Am Montag wurden die Ergebnisse vorgestellt. Medieninsider liegen sie vor.

Die Rahmenbedingungen

Die Befragung fand neun Tage im Zeitraum zwischen Ende April und Anfang Mai statt. Insgesamt nahmen 894 Mitarbeiter der Bild-Gruppe an der Umfrage teil, nicht jeder beantwortete alle Fragen. Die Teilnahmequote lag damit bei 70 Prozent.

Die meisten Teilnehmer kamen mit 645 aus der Redaktion, gefolgt von 112 Mitarbeitern aus dem Business-Bereich, 74 Stimmen kamen aus der Regionalvermarktung, aus der Herstellung 40. 13 Mitarbeiter entfallen auf „Sonstiges“. 57 Prozent der Teilnehmer waren männlich, 42 Prozent weiblich.

Die vorgefertigten Aussagen auf dem Fragebogen konnten Mitarbeiter auf einer Skala von 0 (gar keine Zustimmung) bis 10 (größte Zustimmung) bewerten. Neben den vorgefertigten Fragen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Kommentare hinzuzufügen. Insgesamt sammelte Bild 9451 davon. Die individuellen Aussagen liegen Medieninsider nicht vor.

Allerdings, so heißt es von Teilnehmern, seien die Chefredakteure Alexandra Würzbach und Julian Reichelt auf einige Punkte eingegangen. So habe Würzbach bei allen, die sich in den vergangenen Monaten verletzt oder zurückgesetzt gefühlt haben, entschuldigt. Die Chefredakteurin betonte, dass die individuellen Antworten für sie persönlich teilweise schmerzvoll gewesen seien und betonte, zukünftig an einer offeneren Fehlerkultur und Transparenz arbeiten zu wollen.

Inhaltlich hat es wohl viele Rückmeldungen auf die in Bild veröffentlichen Kommentare gegeben, speziell auf das Format „Bild meint“. Mitarbeitern scheinen die Meinungen, die dort veröffentlicht werden, nicht transparent und nachvollziehbar erklärt zu werden. Reichelt habe angekündigt, Entscheidungen zukünftig besser erklären zu wollen. Allerdings habe der Chefredakteur auch betont, dass es bei Bild um Kontroverse gehe, nicht immer um Konsens.


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„Was fällt auf“

Medieninsider liegen Auszüge aus der Unternehmenspräsentation, die am Montag um 16 Uhr auch unter Anwesenheit von Jan Bayer sowie Bild-Geschäftsführerin Carolin Hulshoff Pol abgehalten wurde, vor.

In der Kategorie „Was fällt auf“ fasst Springer die für das Management auffälligsten Ergebnisse zusammen. Darin heißt es:

► „Jeder Dritte (311 von 868) antwortet, dass er/sie Mehrarbeit nicht problemlos durch Freizeit ausgleichen kann (Bewertung 0 bis 3). Jeder Vierte (223 von 888) schafft sein Arbeitspensum nicht innerhalb der vertraglichen Arbeitszeit (0 bis 3).“

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

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