Bild, Boie und die Frage nach dem chefgemachten Klimawandel

An diesem Freitag wird die Bild-Zeitung 70 Jahre alt. Seit acht Monaten heißt ihr Chefredakteur nun Johannes Boie. Er übernahm die Redaktion zu ihrer turbulentesten Zeit in der jüngeren Geschichte. Wie entwickelt sich das Klima unter dem neuen Mann an der Spitze von Springers großer Boulevard-Marke? Medieninsider liegen die Ergebnisse der jüngsten Mitarbeiter-Umfrage vor.

Der langjährige Chefredakteur Kai Diekmann hat Bild mal als Seismograph für die deutsche Bevölkerung bezeichnet – ein Anspruch, der bis heute Gültigkeit haben dürfte. Und ein Anspruch, den man mit Blick auf die Gefühlslage innerhalb der eigenen Redaktion offenbar nicht aufrechterhalten konnte. Zumindest unter Diekmanns Nachfolger Julian Reichelt war das nicht der Fall, wie man heute weiß.

Bewiesen hat das auch die umfangreiche Mitarbeiter-Befragung bei Bild im vergangenen Jahr. Sie war eine Konsequenz aus dem Compliance-Verfahren um den Ex-Chef, das Bild und den dahinter stehenden Axel-Springer-Konzern in eine schwere Krise gestürzt hat. Nun liegen Medieninsider erneut Ergebnisse des so genannten Pulse Checks vor. Es sind die ersten unter dem neuen Bild-Chef und Reichelt-Nachfolger Johannes Boie. Sie stammen aus einer Präsentation von Ende April. Medieninsider wurde sie zugespielt und legt sie anlässlich des 70-jährigen Jubiläums offen.

Sie unterstreichen, dass der redaktionelle Klimawandel ein eher langfristig angelegtes Projekt ist. Der ist zwar Chefsache, wird aber nicht allein durch den Chef gemacht. Die Ergebnisse dürften Boie zunächst zufrieden stimmen.

Feedback-Kultur konstruktiver, strategische Ausrichtung unklarer

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Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

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