Die „Hintermänner“ in der Springer-Führung

Die Recherchen der Financial Times mit weiteren Details zum Compliance-Verfahren um den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt bringen nahezu den kompletten Vorstand von Axel Springer in Bedrängnis. Wenn die Verantwortlichen des Konzerns und ihre Investoren den Ruf des Unternehmens wiederherstellen wollen, sind nun weitere Konsequenzen nötig.

Mitte Januar erschien in der Süddeutschen Zeitung ein bemerkenswertes Interview, in dem der Medienrechtler Oliver Moser über das Compliance-Verfahren rund um den damaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt sprach. Moser vertritt eine der Frauen, die im Compliance-Verfahren eine zentrale Rolle gespielt haben. 

Auf die Frage, ob für die Frauen das Kapitel mit der Abberufung des Chefredakteurs im vergangenen Oktober nun abgeschlossen sei, antwortete er:

„Nein (…). Es ging ihnen darum, einen Missstand aufzuzeigen und Veränderung zu bewirken. Und da haben sie noch nicht das Gefühl, dass der Verlag ausreichend Verantwortung übernommen, dass er reagiert oder anerkannt hat, was vorgefallen ist.“

Mosers Interview liest sich seit dieser Woche wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn mit den jetzt veröffentlichten Recherchen der Financial Times rückt die Frage in den Vordergrund, wie sich der Vorstand in der Aufarbeitung der Affäre Reichelt verhalten und positioniert hat. 

Vorstand in Bedrängnis

Die Ergebnisse des Reporter-Teams bringen nicht nur den ohnehin angeschlagenen CEO Mathias Döpfner in Bedrängnis, sondern die nahezu gesamte Führungsriege. Die Recherchen Financial Times legen nahe, dass manipulative „Hintermänner“ nicht nur außerhalb des Verlages wirken, sondern auch im eigenen Vorstand. Die FT schreibt:

► Dass der Konzern von den „schwerwiegendsten Vorwürfen“ gegen Reichelt bereits vor der Bestellung der externen Anwaltskanzlei Freshfields gewusst habe. Dabei beruft sich die FT auf „mehrere Beteiligte“.

► Dass Stephanie Caspar während ihrer Zuständigkeit als News-Vorstand in den Jahren 2019 und 2020 von mehreren Angestellten Hinweise über erratisches Führungsverhalten Reichelts erhalten habe. 

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

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