Aiwanger-Affäre: Auch die Süddeutsche muss Fragen beantworten

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► Weshalb nicht nur Hubert Aiwanger, sondern auch die Süddeutsche einige Fragen zu beantworten hat 

► Weshalb Jan Fleischhauer sein Engagement beim Reichelt-Portal Nius überdenkt (direkt zum Artikel)

► Wie Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit die These verstärkt ganz im Sinne der Geschäftsführung zu agieren (direkt zum Artikel)

► Welche Ressorts Bild-Chefin Marion Horn neu schnürt und welches Personal sie dafür zur roten Gruppe zurückholt (direkt zum Artikel)


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Es ist nicht nur Hubert Aiwanger, der jetzt bezüglich seines eigenen Verhaltens zahlreiche Fragen zu beantworten hat. Auch die Süddeutsche Zeitung sollte welche beantworten. Nicht nur sich selbst, sondern am besten gegenüber der Öffentlichkeit, in deren Dienste der Journalismus steht. Immer. 

Mit ihrer Berichterstattung über den bayerischen Vize-Ministerpräsidenten hat sie dem Journalismus einen Bärendienst erwiesen. Es geht nicht darum, ob die Süddeutsche über den Verdacht, dass Aiwanger in Jugendjahren ein antisemitisches Flugblatt verfasst hat, berichten durfte. Es geht darum, wie sie es getan hat. 

Am vergangenen Samstag veröffentlichte die Tageszeitung ein Stück auf ihrer Seite 3 mit der Überschrift: Hubert Aiwanger und das Auschwitz-Pamphlet. Es ging um ein Flugblatt, das der heutige Parteivorsitzende der Freien Wähler 1987 im Alter von 17 Jahren verfasst haben soll. Was den Inhalt des Flugblattes angeht, scheiden sich die Geister nur dahingehend, ob es nur nationalsozialistisches Gedankengut verherrlichte oder auch antisemitisch war. Die Süddeutsche transportierte den Eindruck, dass Aiwanger der Autor ist, so sehr, dass am Ende der Lektüre eigentlich kein Zweifel daran blieb.

Die Seite 3 am Samstag ist für die Süddeutsche das wichtigste Stück der Woche. Wer überhaupt nur einen Text der SZ in der Woche liest, sollte diesen lesen. Nur war der Artikel über Aiwanger weder einer Seite 3 im Speziellen noch der Süddeutschen im Allgemeinen noch überhaupt einer Verdachtsberichterstattung würdig. Deutlich wird dies nicht nur in der Voreingenommenheit des Artikels, sondern auch beim Drama, das sich seither abspielt. Denn der Aiwanger-Hubert präsentierte wenig später seinen Bruder Helmut, der das Pamphlet verfasst haben will. Die Aiwanger-Affäre wurde damit auch zur Causa Süddeutsche

Die weitere Berichterstattung der SZ ist seither auch Krisen-PR in eigener Sache. Die Zeitung legte scheibchenweise weitere Indizien nach, die Hubert Aiwanger weiter in die Ecke drängen sollten. 

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

1 ERGÄNZUNG

  1. Es geht sehr wohl, um die Frage, OB die der SPD nahestehende Süddeutsche Zeitung über einen letztlich 35 Jahre alten Vorfall berichten darf, den ihr ein SPD-Mitglied zugetragen hat, der nachweislich mit gewissem Fanatismus Herrn Aiwanger über die Jahre hinterherschnüffelt.
    Darin liegt eher der Skandal. Auf der anderen Seite hat sich Herr Aiwanger in seiner Reaktion plump verhalten und hätte zuerst einen Rechtsanwalt konsultieren sollen, der dann gegen die SZ eine Unterlassungsaufforderung erwirkt hätte. Wenig hilfreich war das Einspringen des Bruders. Klug wäre es gewesen, wie der aktuelle Bundeskanzler sich an nichts zu erinnern und abzuwarten, was die Gegenseite an Beweisen vorträgt. Da hätte es ja dann wohl nichts gegeben, zumal in der gegenständlichen Schule und der Schulbehörde keine Akte zu dem damaligen mutmaßlichen Vorgang vorhanden ist.

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