Spotify-Neuigkeiten für Podcaster, Publisher und Aktionäre

Ausgabe #34/21

Hallo Medieninsider!

Schön, dass du dabei bist! Was dich in dieser Woche im Lese-Letter unter anderem erwartet:

► Wie diese drei Digitalexperten ein Spotify für Journalismus starten wollen

► Warum Bild TV noch kein Fernsehen ist

► Wer beim WDR den Kulturwandel bewerten soll 

► Weshalb YouTube als Podcast-Plattform erfolgreich, aber überschätzt ist

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Bauen diese deutschen Digitalexperten das „Spotify für Journalismus“?

Ich habe an dieser Stelle schon einige Male über Versuche und Ansätze für ein „Spotify für Journalismus“ geschrieben. Weil es von Verbrauchern gewünscht ist, weil die Politik über finanzielle Förderungen für solche Vertriebsplattformen nachgedacht hat – und weil bislang kein einziges Vorhaben einen wirklichen Durchbruch erlebt hat. 

Heute berichte ich wieder über ein Start-up, das den Spotify-Ansatz aufgreift. Mim technologies heißt es und arbeitet an einer Plattform namens Informed. Vergangene Woche ist sie in die geschlossene Beta-Phase gestartet. 

Manche Publisher könnten jetzt abwinken: Wieder so eine Bude, die glaubt, so etwas hinzubekommen. Bei Informed lohnt sich jedoch ein genauerer Blick. Das Gründungsteam setzt sich aus drei Digitalexperten mit Vergangenheit bei Gruner + Jahr, Microsoft und Spotify zusammen. Und auch ein paar Investoren und die ersten Medienpartner sind spannend. 

Noch machen sie aus vielem ein Geheimnis, ein paar Details aber konnte ich ihnen entlocken und recherchieren. Meinen Artikel über Informed kannst du als Medieninsider hier lesen


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Fünf Gründe, warum sich eine Bewerbung für das Media Founders Program lohnt

Mit dem neuen Media Founders Program fördern das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) und der MediaTech Hub Accelerator innovative Medienprojekte von der Produktentwicklung bis zur Etablierung als Unternehmen. Noch bis 12. September 2021 können sich Studierende und Start-ups bewerben. Warum sich das für euch lohnt, erfahrt ihr hier.

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Das ist noch kein Fernsehen

„Was wir ab heute machen, ist nicht mehr üben. Was wir ab heute machen, ist arbeiten auf eine Deadline hin.“

Die Ansage von Julian Reichelt bei der internen Ankündigung von Bild als TV-Sender im April war eindeutig: Ab 22. August muss Bild Live funktionieren wie Fernsehen.

Die ersten drei Tage haben gezeigt: Das ist noch nicht der Fall. 

Zwar will Bild mit den bisherigen TV-Regeln und -Gesetzen brechen, allerdings braucht auch unkonventionelles Fernsehen funktionierende Produktionsabläufe. Bild hat sie trotz monatelanger Vorbereitung noch nicht erreicht. Meine Kritik zum Premierentag hat nach wie vor ihre Gültigkeit.

Trotzdem ist nicht zu verkennen: Mit Blick auf die Quoten hat Bild einen beachtenswerten Start hingelegt. Am Sonntag schalteten über den Tag verteilt eine Millionen Zuschauer ein, Bild knackte damit zwischenzeitlich die Marke von einem Prozent Marktanteil. Auch die Quoten von Tag zwei waren beachtlich: Gepusht vom Simulcast auf N24Doku (dort läuft Bild vormittags parallel) erreichte der Sender am Vormittag einen Marktanteil von mehr als zwei Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Damit lag Bild zwar noch hinter Welt und n-tv, zu dieser Zeit aber vor RTL. Am Abend ging der Anteil zurück: 0,2 Prozent der Zuschauer waren beim Talk „Viertel nach Acht“ dabei (mehr Quoten findest du hier bei Dwdl). 

Die Zahlen zeigen: Der Sender hat Neugier geweckt. Nun gilt es, sie aufrechtzuerhalten. Bislang gelingt das durch so etwas wie einen Unfalleffekt. Kommt man am Bild-Programm, fällt es schwer, wieder wegzuschauen.

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Darum ist Frank Schmiechen Medieninsider

Es ist jetzt ein Jahr her, dass wir mit Medieninsider an den Start gegangen sind. Unser Angebot wäre nichts ohne unsere treuen Mitglieder. Deshalb stellen wir hier einige von ihnen vor – und sie erklären wiederum, weshalb sie eigentlich Medieninsider sind. So wie Frank Schmiechen:

Bist du auch schon Medieninsider? Falls nein, dann ist jetzt eine gute Gelegenheit: In unserem Geburtstagsmonat hast du die Möglichkeit, die Probemitgliedschaft für null Euro abzuschließen! Folge einfach diesem Link.


Mehr News & Entdeckungen aus der Woche

WDR legt Cosmo und 1Live zusammen

Der WDR stellt die Pop-Wellen Cosmo und 1Live ab Januar 2011 unter die Leitung von Schiwa Schlei, gleichzeitig werden die beiden Sender in einem gemeinsamen Programmbereich zusammengelegt. Schlei ist bereits Digitalchefin von 1Live und Programmchefin von Cosmo, das der Sender gemeinsam mit Radio Bremen und dem rbb betreibt. Der bisherige 1Live-Chef Jochen Rausch verabschiedet sich zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Die Pressemitteilung des Senders findest du hier

Kulturwandel beim WDR: Wulf-Mathias soll neue Beurteilung vornehmen

Die Datenschutzorganisation Noyb legt bei Datenschutzbeauftragen der Der WDR bestellt erneut die ehemalige EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies ein, um eine Bewertung des von der Anstalt angestrebten Kulturwandels vorzunehmen. Der WDR hat in den vergangenen Jahren mehrere Initiativen und Prozesse angestoßen, um das Klima sowie die Arbeitskultur innerhalb des Unternehmens zu verbessern. Mathies soll nun feststellen, an welchen Stellen es noch Mängel gibt und wo nachjustiert werden müsse.  Mathies wurde bereits 2018 berufen, um die #MeToo-Vorfälle im WDR aufzuarbeiten. Danach kam sie zu einem vernichtenden Urteil und forderte einen Kulturwandel. Mehr erfährst du hier bei Dwdl oder in der Pressemitteilung des WDR

AFP startet für Facebook Faktencheck auf WhatsApp

Die AFP weitet ihre Arbeit im Kampf gegen Fake News aus und startet zur Bundestagswahl einen Chatbot für WhatsApp. Nutzer können Anfragen an die Nummer 0172/2524054 stellen, das dahinterliegende System soll mit vorgefertigten Faktenchecks der Nachrichtenagentur reagieren. Das Projekt wird von Facebook unterstützt. Der US-Konzern hat die französische Nachrichtenagentur bereits für sein Social Network mit Fact Checking beauftragt. Die Kooperation ist global angelegt, für den deutschsprachigen Raum sitzen AFP-Teams in Berlin und Wien. Die Pressemitteilung der AFP findest du hier.

Spotify schaltet Musik-Funktion für Podcasts auch für Deutschland frei

Spotify weitet seine Funktion „Music + Talk“ auch auf Deutschland aus. Mit ihr haben Podcaster die Gelegenheit, Musik in ihre Shows einzubinden. Damit bietet Spotify Creators die Gelegenheit, ihre Podcasts mehr und mehr zu radioähnlichen Sendungen auszubauen. Die Urheber der Songs erhalten für das Abspielen eine Vergütung. Die Ankündigung von Spotify findest du hier.

Spotify holt sich seine Aktien zurück

Spotify will 10 Millionen Stammaktien im Wert von einer Milliarde US-Dollar zurückkaufen. Die Maßnahme soll die Überzeugung in die eigene Strategie des Streamingdiensts unterstreichen. In den vergangenen Monaten war der Kurs des Unternehmens ins Straucheln geraten. Aktien-Rückkaufprogramme sind umstritten, viele Anleger sehen die dafür ausgegebenen Summen lieber in Wachstum investiert. Weitere Infos dazu findest du hier.

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Medieninsider stellt ein

Medieninsider ist längst kein Projekt mehr für nur zwei Leute. Und deshalb stellen wir ein! Und zwar suchen wir einen:

Community-Redakteur (m/w/d) 
in Teil-/Vollzeit (fest oder frei)

Für die Position haben wir ein besonderes Profil entwickelt, denn wenn wir von Community sprechen, dann meinen wir auch Community:

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► Du baust engen Kontakt zu ihnen auf, vernetzt sie aber auch untereinander. Du erkennst ihre Bedürfnisse und überlegst gemeinsam mit uns, wie Medieninsider ihnen gerecht werden kann. 

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Wie die Position noch aussiehst, welche Fähigkeiten wir erwarten und was wir dir bieten, erfährst du in unserer ausführlichen Stellenausschreibung. Wir freuen uns auf deine Bewerbung!


Aus der Medieninsider-Mediathek

► Arist von Harpe über seine Motive für den Kauf der Hamburger Morgenpost, Paid-Content-Pläne und neue Ideen für die Vermarktung. Zum Video und zur Zusammenfassung

► Katrin Gottschalk, Produktchefin und Vize-Chefredakteurin der taz, über Transformation und eine papierlose Zukunft. Zum Video und zur Zusammenfassung.

► Holger Stark, Investigativchef und stv. Chefredakteur der Zeit, über Pressefreiheit und investigativen Journalismus. Zum Video


Lesetipp

Der jüngste Digital News Report (aber auch andere Erhebungen) hielt eine besondere Überraschung parat: Nach Spotify ist die YouTube die gefragteste Plattform zum Hören von Podcasts. Jepp, YouTube. 22 Prozent der Deutschen holen sich ihre Podcasts dort ab. Das Ergebnis macht dich stutzig? Sandro Schröder auch. 

Deshalb hat sich der Audio-Experte in der jüngsten Ausgabe seines Newsletters Hören/Sagen mit YouTube als Podcast-Plattform etwas genauer beschäftigt – denn wirklich ausgelegt auf Podcasts ist der Videodienst nicht. 

Ohne Sandros Einschätzung vorweggreifen zu wollen, sieht er in YouTubes Achtungserfolg zwei Gründe:

► YouTube ist ein „Notbehelf“ Podcasts zu veröffentlichen, auch ist die Reichweite dort grundsätzlich sehr hoch.

► YouTubes Bedienbarkeit ist einfacher als die mancher Podcast-Apps, zudem ist passiver Konsum dort ohnehin gelernt. Podcast treffen also auf ein bereits vorhandenes Nutzungsverhalten. 

Müssen deshalb alle Podcaster zu YouTube? Nein, sagt er. Seine Erklärung ist der Lesetipp der Woche. Du findest sie hier.

Ich wünsche dir noch eine schöne Woche! 

Viele Grüße sendet dir

Alexandra

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Marvin Schade
Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

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