Weshalb der Einzelverkauf von Artikeln nicht funktioniert

Ausgabe #47/2022

Hallo Medieninsider!

Schön, dass du dabei bist! Was sich in dieser Woche im Lese-Letter unter anderem erwartet:

 Kevin Dusch hat analysiert, welchen Effekt der Black-Friday-Monat auf die digitalen Abozahlen hatte 

► Stefan Paulus hat untersucht, wie BildWeltSpiegelTagesschauFAZ und Co. die Twitter-Übernahme durch Elon Musk begleitet haben

► Brian Morrissey schreibt darüber, was sich ändern muss, damit Micropayments funktionieren 

► Claudia Michalski erklärt, dass es auch ein Leben nach dem Journalismus gibt

► Fabian Schrum hat das Q&A mit Max Franke über das Podcast-Geschäft zusammengefasst

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Schlechte Zeiten sind gute Zeiten für den Journalismus. In Wirtschaftskrisen gilt das offenbar nicht. Das spiegeln die Zahlen in der Paid-Content-IVW wider. 

Mein Kollege Kevin Dusch beobachtet seit einigen Monaten, dass das Wachstum im digitalen Abogeschäft geringer wird. Im November wurde das besonders deutlich. Im Vergleich zum Vormonat hat sich bei einzelnen Titel quasi nichts bewegt. 

In den Verlagen ist man alarmiert, auch das zeigte sich im November. Viele Anbieter nutzten den Schnäppchenwettbewerb rund um den Black Friday, um an der Preisschraube zu drehen – teilweise extrem. Bild reduzierte sein Angebot gleich um bis zu 75 Prozent!

Geholfen hat das kaum. Digitale Zeitungsabos standen bei den Einkaufslisten der Schnäppchenjäger eher unten. Was Publisher auf der einen Seite gewonnen konnten, ging auf der anderen verloren. 

Mehr kannst du als Medieninsider hier erfahren.

Paid-Content-IVW im November: Der Black-Friday-Boost blieb aus

Julian Reichelt in seinem Format Achtung, Reichelt

Als Visionär und reichster Mann der Welt war Elon Musk schon immer eine faszinierende Persönlichkeit für die Medien. In diesem Jahr sorgte er mit der dramatischen Übernahme von Twitter für besondere Aufmerksamkeit. Berichtet wurde darüber viel. Aber für wie relevant haben Medien die Berichterstattung erachtet? 

Davon verschafft der Agenda-Setting-Monitor einen Eindruck, den wir in Zusammenarbeit mit dem Analyse-Start-up azernis erstellen. In diesem Monat hat Stefan Paulus die Startseiten von elf überregionalen Publishern daraufhin untersucht, wann und auf welche Position sie über Elon Musk und das Twitter-Spektakel berichtet haben. Mehr kannst du als Medieninsider hier erfahren.

Agenda-Setting-Monitor: So begleiteten deutsche Medien Elon Musks Twitter-Übernahme

Twitter-Chef Elon Musk vor einer Auswertung wichtiger Schlagzeilen. Foto: Daniel Oberhaus (CC-BY-SA); Medieninsider

Kaum irgendwo liegen Konsumenten und Produzenten so weit auseinander, wie bei der Frage nach der Art und Weise, wie wir im Digitalen für Content bezahlen. Wie in vielen anderen Bereichen auch hat sich das digitale Abo durchgesetzt – nur wird vielfach gewünscht, Artikel im Netz auch einzeln bezahlen zu können. Der Nutzer will das Micropayment – allerdings zu Bedingungen, die der Markt nicht erfüllen kann.

Darauf geht auch Brian Morrissey in seiner Kolumne ein. Anlässlich des Starts von Post News setzt er sich mit der Frage des Micropayments auseinander. Beim Lesen der Kolumne wird klar: Beide Seiten müssen sich bewegen. Wer langfristig nur aufs Abo setzt, wird viele Menschen nicht erreichen. Wer aber glaubt, Journalismus mit ein paar Cents pro Text finanzieren zu können, wird langfristig keinen mehr finden. Brians Artikel kannst du als Medieninsider hier lesen.

Micropayments, mal wieder – und weshalb sie immer noch nicht funktionieren


Vor einigen Monaten schrieb unsere Kolumnistin Claudia Michalski an dieser Stelle, weshalb die Medienbranche beste Voraussetzungen hat, um als attraktives Arbeitsumfeld zu gelten. Fast nirgends wird so viel „Purpose“ geboten wie im Journalismus. So viel zur Theorie.

Die Realität sieht so aus, dass „die Medien“ an Anziehungskraft verlieren und an zwei Enden auszubluten beginnen: Es fehlt nicht nur der Nachwuchs, auch etablierte Medienmacher stellen sich die Frage, in welchen anderen Bereichen sie weiterkommen können. 

An zweites Klientel richtet sich auch Claudias neue Kolumne. Es gibt ein Leben nach den Medien, schreibt sie. Wie und wo Journalismus- und Medienexperten sich ebenfalls verwirklichen können, kannst du als Medieninsider hier lesen.

Es geht auch anders: Alternativen zum Job im Journalismus


Der Podcast-Hype ist vorbei, die Audio-Shows sind längst zur Regel geworden. Aber lohnt es sich überhaupt, jetzt noch einen neuen Podcast zu starten? Wie wächst die Reichweite? Und wie viele aktive Podcasts gibt es in Deutschland eigentlich? 

Max Franke, Geschäftsführer bei Axel Springer Audio und selbst Podcaster, hat im Q&A Fragen von Medieninsidern beantwortet, mein Kollege Fabian Schrum hat den digitalen Austausch zusammengefasst. Seinen Artikel kannst du als Medieninsider hier lesen.

Wie viel Potenzial steckt noch im Podcast-Markt?


News und Entdeckungen der Woche 

zusammengetragen von Kevin Dusch

MFE will ProSiebenSat.1-Anteile auf 29,9 Prozent erhöhen

Der Berlusconi-Konzern Mediaforeurope (MFE) will seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 auf 29,9 Prozent erhöhen. Derzeit hält das Unternehmen formal 22,7 Prozent, mit im November gesicherten Kauf-Optionen kommt MFE auf 29 Prozent Unternehmens- und 29,9 Prozent Stimmanteile. Über das Jahr 2022 hatte MFE stetig versucht, seinen Einfluss auf ProSiebenSat.1 auszuweiten. Zuletzt setzte der Konzern im Oktober mit Katharina Behrends einen General Manager für Deutschland ein. Eine Meldung von DWDL über die Anteilserhöhung von MFE findest du hier.

BR und WDR rechnen jeweils mit mehr als 40 Millionen Euro Fehlbetrag

Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks hat den Wirtschaftsplan der ARD-Anstalt für 2023 genehmigt. Die Kalkulation sieht einen Fehlbetrag von 40,4 Millionen Euro vor. Insgesamt erwartet der BR Ausgaben in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Das voraussichtliche Minus begründet der Sender mit anstehenden Pensionsrückstellungen. Auch beim WDR wurde der Wirtschaftsplan genehmigt, darin wird mit einem Fehlbetrag von 48,3 Millionen Euro geplant. Die planmäßigen Kosten für 2023 belaufen sich auf insgesamt 1,59 Milliarden Euro. Vergangene Woche wurden bereits die Wirtschaftspläne des Hessischen Rundfunks (voraussichtlicher Fehlbetrag: 44 Millionen Euro) und des SWR (voraussichtlicher Fehlbetrag: 147 Millionen Euro) genehmigt. Die Mitteilung des BR findest du hier.

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Schiedsstelle spricht Corint 1,2 Millionen Euro von Microsoft zu

Die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes spricht Corint 1,2 Millionen Euro von Microsoft zu. Damit kommt sie der Forderung der Verwertungsgesellschaft nach, nachdem sie sich nicht selbst mit dem Tech-Konzern einigen konnte. Mit der Summe sollen Leistungsschutzrechte durch die Verwendung von Verlagsinhalten innerhalb der Suchmaschine Bing abgegolten werden. Die 1,2 Millionen Euro fließen für den Zeitraum seit dem 7. Juni 202. Bei der festgesetzten Zahlung, der beide Seiten zugestimmt haben, handelt es sich allerdings um eine Interimslösung. Eine finale Entscheidung über die Nutzung von Presseinhalten durch die Suchmaschine soll Mitte 2023 fallen.

Washington Post kündigt Entlassungen für 2023 an

Der CEO der Washington Post, Fred Ryan, hat in einer E-Mail an seine Mitarbeiter angekündigt, Anfang 2023 einen „einstelligen Prozentsatz“ der Stellen abzubauen. Allerdings könnten nach diesem Schritt auch neue Stellen geschaffen werden. Ryan sagte, er erwarte, dass der Newsroom Ende 2023 genauso groß wie jetzt oder sogar größer sein werde. Eine aktuelle Meldung von Axios findest du hier.

USA wollen TikTok verbieten, Senat beschließt Verbot für Regierungsgeräte

Abgeordnete beider großer US-Parteien haben Gesetzentwürfe in den Kongress eingebracht, um TikTok zu verbieten. Demnach sollen „alle Transaktionen“ mit Social-Media-Apps verboten werden, die von China oder Russland beeinflusst werden. Einige US-Bundesstaaten verbieten die App bereits auf Geräten offizieller Stellen. Im US-Senat stimmten die Abgeordneten zudem vergangene Woche für einen Gesetzentwurf, der TikTok auf Regierungsgeräten verbietet. Eine Meldung des Spiegel zum allgemeinen Verbot findest du hier, einen Text von Axios zum Verbot auf Regierungshandys hier.

Mehr zum Thema:

► Wie deutsche Publisher mit dem TikTok-Dilemma umgehen und die Plattform manuell in den Algorithmus eingreift

Twitter stellt Revue ein

Twitter hat das Ende seines Newsletter-Dienstes Revue bis 18. Januar 2023 angekündigt. Die Plattform hatte Revue im Januar 2021 übernommen, um mit Newslettern in der Timeline Substack und Medium Konkurrenz zu machen. Ärgerlich ist das auch für Twitter-Gründer und Ex-CEO Jack Dorsey: Er hatte erst vergangene Woche einen Revue-Newsletter gestartet, der nun ein jähes Ende findet. Eine Meldung von TechCrunch zum Thema findest du hier.

Elon Musk lässt kritische Journalisten auf Twitter sperren

Vergangene Woche nutzte Elon Musk seine Macht als neuer Twitter-Chef um seine eigenen Kritiker verstummen zu lassen. Laut The Verge wurden mehrere Tech-Journalisten, die kürzlich kritisch über Musk berichtet hatten, ohne Vorwarnung gesperrt. Unter ihnen befanden sich Ryan Mac (New York Times), Drew Harwell(Washington Post) und Donnie O’Sullivan (CNN). Inzwischen sind die Accounts wieder freigeschaltet. Die Aktion brachte Musk von vielen Seiten Kritik ein, unter anderem verurteilten deutsche Regierungsvertreter die Sperrungen. In Folge der Kritik – auch, weil Musk das Werben für Konkurrenz-Plattformen auf Twitter zu verbieten versucht – hatte der CEO in einer Umfrage über seinen Rücktritt abstimmen lassen. 57,5 der Teilnehmer waren dafür. Bisher hat sich Musk allerdings nicht dazu geäußert. Eine Meldung der Tagesschau über die aktuellen Turbulenzen bei Twitter findest du hier.

Aus dem Personalticker

► TagesspiegelOle Jendis wird Verlagsleiter Fachinformationen

► Madsack: Markus Osthaus wird CEO bei Tochter TVN, Christian Panhorst wird CFO

► Eva Quadbeck wird Co-Chefredakteurin beim RND

► Iris Ostermaier wird AdAlliance-CFO

Mehr Personalien findest du hier und bei Twitter unter @medienjobboerse


Neues aus dem TikTok-Trendradar: Diese Videos und Themen gehen im November viral

TikTok-Trend-Radar von Medieninsider
TikTok-Trend-Radar von Medieninsider

Wer als Publisher oder Marke junge Menschen erreichen will, kommt an TikTok nicht mehr vorbei. Mein Kollege Simon führt dich näher an junge Zielgruppen heran, denn er spürt fortlaufend neue Trends auf der beliebten Social-Media-Plattform auf. Er achtet dabei auf Entwicklungen, mit denen sich inhaltlich arbeiten lässt. Heißt: Simon schaut nicht nur auf Hashtags oder Sounds, die gerade viel verwendet werden, sondern filtert nach Storytelling und erklärt die inhaltliche Ebene.

Unser TikTok-Trendradar hält dich auf dem Laufenden. Die bisherigen Trends im aktuellen Monat:

► 12. Dezember: Der Green-Glass-Door-Trend stellt die Community vor Rätsel

► 6. Dezember 2022: Der Boy- oder Girlfriend-Haul

► 4. Dezember 2022: TikTok-Stimmverzerrer löst Hype aus

Du willst erfahren, was dahinter steckt und welche Reichweiten die Trends in Aussicht stellen? Alle relevanten Infos kannst du als Medieninsider hier abrufen. Bei Twitter informieren wir unter #TikTokRadar über neue Trends – und kannst du Alerts aus dem TikTok-Trendradar auch per Newsletter abonnieren.


Termine für neue Q&As im Directors’ Club!

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Mein Kollege Fabian organisiert regelmäßig neue Termine. Du brauchst keine spezielle Mitgliedschaft mehr, jeder Medieninsider kann sich für die digitalen Events registrieren.


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Viele Grüße sendet dir
Marvin

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Marvin Schadehttps://medieninsider.com
Marvin ist Co-Gründer und Founding Editor von Medieninsider und hat sich damit einen kleinen Traum erfüllt. Vor der Gründung war er mehrere Jahre für den Branchendienst Meedia in Hamburg und Berlin tätig, arbeitete kurz beim Focus Magazin und zuletzt für Gabor Steingarts Morning Briefing.

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